Richard Wagner Verband Wuppertal e.V.

Aus dem Verbandsleben

Wenn man gefragt wird: „Warum sind Sie, bist Du eigentlich Mitglied im Richard Wagner-Verband?", braucht man nicht lange zu überlegen. Es fallen einem sofort die unterschiedlichsten Gründe ein.

Zuerst natürlich die netten Menschen. lauter individuelle Persönlichkeiten, die diese Gemeinschaft vielseitig gestalten ohne jede Vereinsmeierei. Alle verbindet das zeitlos gültige Werk, Musik und Philosophie Richard Wagners.

Für die Mitglieder werden vielseitige Veranstaltungen und Unternehmungen angeboten und vielfach auch aus den eigenen Reihen vorgeschlagen. Dabei kreisen diese nicht nur um das Werk Richard Wagners. Auch andere Dinge rund um die Kunst sind für uns von Interesse, so z. B: Konzert- und Opernbesuche anderer Komponisten, Musik in Theorie und Praxis in schönem Wechsel mit Kunstausstellungen, Tanz, Theater und Literatur, Vorträge zu besonderen Themen rund um Wagner. u. a. ungeschriebene Opern, Beziehungen zu Persönlichkeiten, die Wagners Leben begleiteten, so z. B. Mathilde Wesendonck, auf deren Spuren wir erst kürzlich wanderten und Porträts berühmter Sänger und Dirigenten.

Auch wir betraten schon häufig „die Bretter, die die Welt bedeuten", bestaunten die Bühnen-Technik, probierten die Akustik aus, erschraken über die Enge im Orchestergraben. Wir besuchten Werkstätten, Malersaal, wunderten uns im Fundus über die Unmenge an Kostümen, Hüten, Schuhen usw. und vergaßen auch nicht, der Kantine einen Besuch abzustatten.

Der Ablauf der Veranstaltung wird praktisch „von Haus zu Haus", aber viel besser als bei der Bahn ..., bis ins Detail geplant und verkündet. (Terminerinnerung erfolgt durch Frau Raue höchstpersönlich fernmündlich.) Von Abfahrtzeiten, Lösung der Gruppenfahrkarte, Abteil oder Busparkplatz bis hin zum vorbestellten Tisch für das Pausenmenü oder das Abschlussessen.

Jeder Teilnehmer freut sich auf einen absolut stressfreien Veranstaltungstag mit dem nötigen Timing für Extrawünsche. Selbst „Fiffi" darf teilnehmen, sofern er im Auto wartet - ganz im Sinne Richard Wagners, der auch auf Schritt und Tritt von seinen Hunden begleitet wurde. Schon auf der Fahrt kommt gute Stimmung auf, wenn Frau Raue aus ihrem „ständigen Begleiter"; einem eleganten schwarzen Baumwollbeutel, die verschiedensten nützlichen oder „erbauenden" Dinge hervorzaubert. So einen Knirps, der hoch erhoben über dem Kopf den Teilnehmern als „Lotsenstab" durchs Verkehrs­gewühl dient, großzügig verteilte Husten-Pastillen oder Kekse, denn „meine Mitglieder sollen die Aufführung nicht durch Husten oder Magenknurren stören....".

Und wo, bitte schön, gibt es ein so nettes männliches Vorstandsmitglied, das sein Wohnmobil, diskret geparkt, weiblichen Mitgliedern als Umkleidekabine zur Verfügung stellen will?

Die fröhliche Art, miteinander umzugehen, verbindet uns alle und jeder freut sich auf den monatlichen Jour fixe und die nächsten gemeinsamen Unternehmungen.

Die unterschiedlichsten Meinungen werden toleriert und respektiert. Eventuelle Kontroversen werden mit Witz und Humor von Frau Raue auf ihre unnachahmliche Art geschlichtet. Niemand fühlt sich „außen vor". Bei Frau Raue kommt „Nie sollst Du mich befragen" nicht vor.

Erfrischend sind die Berichte der jungen Stipendiaten von ihren Eindrücken während des „Bayreuther Aufenthaltes" und der liebevollen Betreuung durch die Wuppertaler Verbandsmutter" (wie sie sich selbst gerne bezeichnet).

Und uns bereitet es die größte Freude wenn wir feststellen können, dass bei den Stipendiaten das Werk Richard Wagners auf großes und echtes Interesse trifft. Die Einführungsvorträge in Bayreuth und die meisten Inszenierungen dort lösen Diskussionen und Ringen um Verständnis aus. “Ho jo toho" und „Wallala! Lalaleia!" sind darum keine Lachnummern mehr, sondern finden Sinn und Verständnis im Zusammenhang mit der Musik Wagners.

Der Höhepunkt des Jahres ist das Stipendiatenkonzert im Advent, dem ein gemeinsames gemütliches Kaffeetrinken vorausgeht, zu dem unser gesamter Vorstand den Kuchen stiftet.

Mit unseren Beiträgen einen wichtigen Anschub zu den Anfängen der Karriere unserer Stipendiaten zu leisten und deren Entwicklung auch weiter mit Interesse verfolgen zu können, motiviert uns immer wieder aufs Neue.

Vielleicht sind Sie ja nun auch interessiert und fühlen sich angesprochen?

Sie sind uns herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Sie!

 

Dr. Sigrid Brill

Hella Seitz-Ritt

(Text entnommen aus der Festschrift zur 50jährigen Wiedergründungsfeier des Wuppertaler Ortsverbandes)

 

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